12. November 2022

Synode des Evangelischen Kirchenkreises Saar-West mit Plädoyer für Frieden im Kongo


Nachhaltig Frieden schaffen – daran soll nach dem Willen der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Saar-West nicht nur in der Ukraine mit großem Einsatz gearbeitet werden, sondern auch in der Demokratischen Republik Kongo.

Nachhaltig Frieden schaffen – daran soll nach dem Willen der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Saar-West nicht nur in der Ukraine mit großem Einsatz gearbeitet werden, sondern auch in der Demokratischen Republik Kongo. Seit Jahrzehnten unterhält der saarländische Kirchenkreis eine Partnerschaft in den dortigen Kirchenkreis Goma.

Vor einer Delegation aus Goma verabschiedeten die 85 Delegierten aus 26 Kirchengemeinden eine Resolution sich bei kirchlichen Funktionären und in der Öffentlichkeit dafür einzusetzen, die Friedensbemühungen im Kongo zu unterstützen und sich für eine Ächtung des Handels mit illegal exportierten Erdedelmetallen einzusetzen.

Während in Europa über zwei Generationen lang Frieden herrschte, ist der Kongo seit 30 Jahren Austragungsort von kriegerischen Auseinandersetzungen aufgrund von Rohstoffhandel. Überfälle durch Milizen, Gewalt und Entführungen sowie massive Fluchtbewegungen sind dort erschreckender Teil des Alltags. Man habe lange nicht wahrgenommen, was diese schwierige Sicherheitslage für die Menschen im Partnerkirchenkreis bedeute, bekannte Superintendent Christian Weyer „In diesem Sinne sind wir durch die Ukraine aufgewacht aus unserem Traum“, gab Weyer zu.

Fabien Kakwire, Superintendent des Partnerkirchenkreises Goma aus der Demokratischen Republik Kongo, der mit einer Delegation an der Synode teilnahm, bedankte sich für den Beistand, die Gastfreundschaft und die inzwischen fast 40-jährige Partnerschaft zwischen Goma und Saarbrücken. Künftig sollen insbesondere wechselseitige Begegnungen das nachhaltige Fundament der Partnerschaftsarbeit sein. Für das kommende Jahr ist ein Fachkräfteaustausch zwischen einer École maternelle im Kongo und der evangelischen Kindertagesstätte Saarlouis geplant.

In seinem Rechenschaftsbericht an die Synode identifizierte Superintendent Weyer den massiven Personalmangel, insbesondere bei den Pfarrerinnen und Pfarrern, als erhebliche Herausforderung der evangelischen Kirche in der heutigen Zeit. Schon jetzt gebe es kaum Bewerbungen auf frei gewordene Stellen. Bedingt durch Ruhestandsversetzungen und wenig Nachwuchs sei die Situation in manchen Regionen bedrohlich. „Es fehlt an allen Ecken und Enden“, sagte Weyer angesichts von derzeit einigen unbesetzten Pfarrstellen und dem Fachkräftemangel in anderen Bereichen. Künftig müsse genau überlegt werden, was Kirche noch leisten könne und wie der pastorale Dienst strukturiert werden kann. Und auch bei Gebäuden müsse angesichts steigender Erhaltungs- und energetischer Verbrauchskosten geplant werden, welche Gebäude energetisch saniert und langfristig Bestand hätten. Clemens Grünebach, Leiter des katholischen Pastoralen Raums Saarbrücken plädierte in diesem Zusammenhang für eine „Ökumene der Problemlösungen“, etwa in der gemeinsamen Nutzung von Gebäuden.

Einstimmig sprach sich die Synode dafür aus, die Landeskirche um Sicherung und Stärkung des Arbeitsgebietes Kindergottesdienst zu ersuchen. Ziel sei es, ein flächendeckendes und niedrigschwelliges Fortbildungsangebot für Ehrenamtliche in diesem Arbeitsgebiet zu langfristig erhalten und weiterzuentwickeln. Außerdem fordert der Kirchenkreis von der Landeskirche, einen zusätzlichen Ausbildungskurs für künftige Prädikantinnen und Prädikanten, also neben- oder ehrenamtliche Predigerinnen und Prediger, einzurichten. Die hohe Nachfrage würde seit Jahren zu langen Wartelisten und mehrjähriger Wartezeit führen, begründete die Kirchengemeinde Alt-Saarbrücken ihren Antrag.

Außerdem beschlossen die Delegierten den Haushaltsplan und die kreiskirchlichen Umlagen, unter anderem für die Diakonie Saar, den Verband Evangelischer Kindertagesstätten im Saarland (VEKiS) sowie den Kirchenkreisverband An der Saar. Nach den derzeitigen Planungen stehen den Kirchengemeinden im Kirchenkreis Saar-West im nächsten Jahr bis zu 106,86 Euro pro Gemeindeglied zur Verfügung, was etwa auf Höhe von 2022 liegt.

 

Der Evangelische Kirchenkreis Saar-West gehört zur Evangelischen Kirche im Rheinland. Er erstreckt sich von Rilchingen-Hanweiler im Osten entlang der Saar bis nach Perl im Westen und bis Lebach und Wadern im Norden des Saarlandes. Derzeit leben dort gut 74.000 Protestanten in 26 Gemeinden. Sitz der Superintendentur ist Saarbrücken. Superintendent ist derzeit Pfarrer Christian Weyer.





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